zum Seitenanfang
 

Öffentlichkeitsarbeit

PPP Love Birds: Julia und Denis

(Lesedauer: ca. 7 Minuten)

Julia und Denis sind seit über 5 Jahren ein glückliches Paar. Beide waren Teilnehmer des 29. PPP (2012/2013). Während ihres PPP Jahres haben sie sich aber erst beim Abschlussseminar in Washington D.C. kennengelernt. Kein Wunder, denn beide waren auf unterschiedlichen Vorbereitungsseminaren und in den USA trennten sie über 900 Meilen. Julia war in Acworth, Georgia platziert, Denis in Green Bay, Wisconsin. Da läuft man sich nicht mal zufällig über den Weg - wobei: Julias Gastfamilie kommt ursprünglich aus Green Bay und war während ihres Aufenthaltes sogar zweimal dort. Julia hatte aber immer keine Lust auf die 14-stündige Autofahrt und ist in Georgia geblieben.

Wie sie sich nun kennengelernt haben, was sie seitdem erlebt haben und wie sie ihr PPP Jahr beeinflusst hat erfahrt ihr in unserem Interview mit den beiden.

 

Wann habt ihr euch das erste Mal getroffen und den anderen wahrgenommen?

Julia: Puuuh, so richtig wahrgenommen habe ich Denis erst via Facebook. Wir haben uns ja irgendwie alle untereinander befreundet, egal ob man sich persönlich kannte oder nicht. Und aufgefallen ist Denis mir, als er postete, dass er einen Strafzettel bekommen hat, weil er in Green Bay einen stehenden Schulbus überholt hat. Da dachte ich mir wie doof er doch ist. :-D Allerdings fand ich ihn auf seinen Bildern trotzdem immer nett anzusehen…
Wirklich getroffen haben wir uns das erste Mal in Washington D.C. beim Abschlussseminar. Da saßen wir uns beim Abendessen "zufällig" gegenüber, weil ich gewartet habe wo Denis sich hinsetzt, um mich dann gegenüber zu positionieren und ein Gespräch zu provozieren und ihn näher kennenzulernen. Hat geklappt. :)

Denis: Das erste Mal habe ich Julia zur Einführung in New York City wahrgenommen.

 

Was habt ihr da jeweils über den anderen gedacht?

Denis: Ich dachte erst, dass Julia mich absolut nicht mag bzw. sich für mich interessiert, da sie mich absolut ignoriert und wenn überhaupt mit zornig-, teuflischen Blicken niedergemacht hat. Ich dachte zu jener Zeit, dass sie wohl allgemein ein sehr schlecht gelauntes Individuum sein musste.

Julia: Also, ich fand Denis auf jeden Fall auch bevor wir uns jemals gesprochen haben bereits sehr gutaussehend. Und als wir uns das erste Mal unterhalten haben noch dazu sehr interessant und lustig. Da dachte ich mir "Hoffentlich beruht das auf Gegenseitigkeit!".

 

Wisst ihr noch, wann ihr euch dann so in den anderen verguckt habt?

Julia: Bei mir ging das erschreckend schnell. Ich glaube es war schon in Washington um mich geschehen, als wir uns gerade mal einen Tag persönlich kannten.

Denis: Yes. Das war zum Abschlussseminar in Washington D.C. Da haben wir uns das erste Mal so richtig wahrgenommen, miteinander gesprochen und teilweise schon kennenlernen dürfen.

 

Wie / Wo / Wann war euer erstes Date?

Julia: Wir haben uns nach unserer Rückkehr nach Deutschland sehr schnell sehr oft gesehen (was auch gut ging, da wir in Deutschland nur knapp 70 km voneinander entfernt gewohnt haben), daher habe ich ein "erstes Date" gar nicht mehr so klar vor Augen. Ich meine aber, dass ich als erstes zu Denis nach Hause gefahren bin - ohne Navi oder Google Maps, weil meine deutsche Handynummer noch nicht freigeschaltet war. Ich habe erstmals über eine Straßenkarte navigiert und es ohne mich zu verfahren zu ihm ins Dorf geschafft! Dort haben wir einen entspannten Tag miteinander verbracht und waren Eis essen.

Denis: So ganz genau kann ich das gar nicht mehr sagen. Ist wohl eine Männerschwäche, wenn es um so etwas geht. Ich meine mich zu erinnern, dass unser erstes Date tatsächlich bei mir zu Hause war. Diesbezüglich fuhr Julia mit ihrem Auto von Hamburg nach Hohenlockstedt bei Itzehoe (70 km). Und die gesamte Strecke ohne Navi. Sie hat sich den ganzen Weg einfach über Google Maps eingeprägt. Ziemlich beeindruckend, wenn man darüber mal so nachdenkt. Fazit: Bei „Ich packe meinen Koffer“ ist sie unschlagbar…

 

Was hat euch an den jeweils anderen am meisten überrascht?

Denis: Dass sie gar nicht so ein teuflisches Individuum war, wie zuvor angenommen. Ich war mir diesbezüglich ziemlich sicher.

Julia: Bei Denis hat mich so vieles überrascht! Ich hatte mich während meines Jahres in den USA nach 9 Jahren Beziehung von meinem Ex getrennt und mir stand überhaupt nicht der Sinn danach, mich in eine neue Beziehung zu werfen. Ich hatte ehrlich gesagt erstmal die Nase voll von Männern! Und dann kam Denis: Überraschend umwerfend und smart, überraschend humorvoll und charmant, überraschend wortgewandt und ehrlich, überraschend einfühlsam und einnehmend und einfach jemand, auf den man sich absolut verlassen kann. Am meisten hat mich überrascht, wie schnell ich mir sicher war, dass er der Richtige ist!

 

Denis, was schätzt du an Julia am meisten?

Interessante Frage und gar nicht so leicht zu beantworten. Tatsächlich schätze bzw. "liebe" ich Julias Charakter in vollem Umfang. Hört sich vielleicht gerade für vereinzelte männliche Leser nicht maskulin genug an; ich kann es jedoch nur so wiedergeben.  Vielleicht hat sie einen kleinen "Putzfimmel", welchen ich hier nicht weiter erläutern möchte. Ich muss jedoch hervorheben, dass ich mich in all der Zeit immer auf Julia absolut verlassen konnte und sie zu jeder Zeit an meiner Seite stand. Das hat sie mehrfach unter Beweis gestellt. Vielen Dank dafür mein Schatz.

 

Julia, bringt dich Denis manchmal auch auf die Palme?

Klar, das gehört dazu und kommt gar nicht mal so selten vor! :-D Denis ist in vielen Dingen einfach entspannter als ich und bringt mich damit manchmal an die Grenzen meiner Geduld. Ich bin z.B. sehr ordentlich und hasse es wenn er Sachen rumliegen lässt die er "später" oder "morgen" wegräumen will. Aber alles in allem sind das Kleinigkeiten, mit denen ich gut leben kann und die wichtigen Dinge stimmen!

 

Was war die größte Herausforderung, die ihr zusammen gemeistert habt? In Deutschland und in den USA?

Denis: Also in den USA haben wir zusammen ja wirklich nur die restlichen Tage beim Abschlussseminar in Washington D.C. verbracht. Die größte Herausforderung hierbei war gemeinsam - von einer langen und spannenden Innenstadterkundungstour (möglicherweise ein oder zwei Nachtbars dazwischen) gezeichnet - den Heimweg zu finden, ohne verloren zu gehen. In Deutschland sieht es schon anders aus. Also da gab es so einige Herausforderungen, anfangend von der katastrophalen Wohnungssuche bis hin zu einer hohen beruflichen Belastung. Ich glaube eine Erkrankung meinerseits, welche mit einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt verbunden war, war für uns beide gleichzeitig eine der größten Herausforderungen.

Julia: Für Denis war die größte Herausforderung, dass wir zusammengezogen sind. Das hat er vor mir jeder Freundin ausgeschlagen und ich glaube, dass er den Schritt mit mir schon nach einem halben Jahr gewagt hat, war ein echtes Zugeständnis und gar nicht mal so einfach.
Für mich war es seine Arbeit bei der Polizei und der damit verbundene Schichtdienst.

 

Habt ihr noch Kontakt zu euren Gastfamilien?

Julia: Ja, definitiv! Nicht super regelmäßig, aber alle paar Wochen bringen wir uns einmal auf den neusten Stand und schicken uns Bilder etc. Meine Gastmutter hat mich auch bereits in Deutschland besucht, sodass Denis und sie sich nun auch kennen.

Denis: Ab und zu via Facebook oder E-Mail. Hat sich inzwischen jedoch leider nur auf Geburtstage und Feiertage beschränkt.

 

Wenn ja, wart ihr auch mal zusammen wieder in den USA zu Besuch?

Julia: Leider nicht, aber es ist auf jeden Fall geplant. Bisher haben uns andere, neue Reiseziele immer ein wenig mehr verlockt, aber wir planen gemeinsam in die USA zu reisen und unsere Gastfamilien zu besuchen.

Denis: Es war geplant, leider hat uns jedoch ein Hurricane einen Strich durch die Rechnung gemacht.

 

Inwieweit hat das PPP euer Leben beeinflusst oder verändert?

Denis: Tatsächlich beeinflusste das PPP meinen beruflichen Werdegang. Ich bin gelernter Elektroniker für Betriebstechnik, dementsprechend studierte ich am NWTC electrical engineering. Irgendwie ist ein polizeilicher Kurs (police nutrition and fitness) in mein Kursplan gerutscht, wodurch mein diesbezügliches Interesse stetig intensiviert wurde. Nun finde ich mich in der Polizei Hamburg wieder und bin bei einem "Kiezdienst" oftmals erste Anlaufstelle für unser englischsprachiges Vergnügungsvolk. Meine Kollegen zeigen dann meistens große Dankbarkeit, da sie ihr hart erkämpftes Schulenglisch zurückhalten und den ganzen Sachverhalt nicht noch komplizierter machen müssen.

Julia: Mein Leben wurde durch das PPP sehr stark beeinflusst und nur in positiver Richtung! Ich habe mein deutsches Leben völlig umgekrempelt: Ich hatte auf einmal einen Hund (aus den USA mitgebracht) und einen neuen Mann an meiner Seite, bin umgezogen, habe einen Job in meiner Firma angenommen, den ich mir vorher niemals zugetraut hätte und habe einfach einen ganz anderen Blick auf das Leben bekommen.
Ich habe mich aus meiner Komfortzone bewegt und ein Abenteuer gewagt, das ich eben nicht bis ins kleinste Detail durchplanen konnte. Dadurch bin ich in meiner Persönlichkeit gewachsen, habe gelernt anders auf Menschen zuzugehen und herausgefunden, auf welche Dinge es im Leben wirklich ankommt.

 

Gibt es einen bestimmten Moment oder Erinnerung an euer PPP Jahr, welches besonders erwähnenswert ist?

Julia: Das ist eine schwierige Frage! Es gibt so viele tolle Erinnerungen. Besonders schön fand ich Weihnachten in Amerika. Ich bin ein totaler Fan von der ganzen Weihnachtssaison und für mich ist es ein absolutes Familienfest. Ich hatte vorab ein wenig die Befürchtung, dass ich an den Feiertagen meine Familie in Deutschland vermissen würde, aber weit gefehlt! Meine Gastfamilie hat mir ein unglaubliches Weihnachtsfest bereitet und wir haben sowohl Heiligabend nach deutscher, als auch den 1. Weihnachtstag nach amerikanischer Tradition gefeiert. Da war keine Zeit für Heimweh! Und das absolute Highlight war mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst: Mein kleines Hundebaby, dass ich aus dem Tierheim adoptiert hatte.

Denis: Tatsächlich der Road Trip (Westküste – Green Bay) zum Abschluss des Jahres. Ich zehre noch heute von den Eindrücken, Erinnerungen und Erfahrungen die in dieser Zeit gemacht habe.

 

Was würdet ihr in eurem PPP Jahr anders machen, wenn ihr nochmal am Programm teilnehmen dürftet?

Denis: Definitiv einen anderen Arbeitgeber bezüglich des Praktikums wählen. Der Arbeitgeber an sich war Klasse, was mich ein Stück weit blind gemacht hat, denn dieser befand sich 65 Meilen von meinem Wohnort. Ich bin die Strecke jeden Tag gefahren und gerade bei den amerikanischen Wetterverhältnissen und Schneekatastrophen in Wisconsin macht das absolut kein Spaß. Da hat die Heimfahrt auch mal eben drei Stunden gedauert.

 

Was würdet ihr einem jungen Berufstätigen mitgeben, der überlegt sich zu bewerben?

Julia: Wenn nicht jetzt, wann dann?! Jeder sollte einmal etwas total Verrücktes tun und eine solche Chance bekommt man im Leben nicht oft geboten. Irgendwann fehlt einem der Mut aus dem Alltag auszubrechen und in ein Abenteuer zu starten, direkt nach der Ausbildung oder kurz danach ist meiner Meinung nach einfach die perfekte Gelegenheit. Man kann durch die Erfahrungen im PPP nur wachsen und lernt auf jeden Fall für’s Leben. Und wenn man nebenbei noch sein Englisch aufbessern und tolle Menschen kennenlernen kann - warum sollte man sich diese Chance entgehen lassen?

Denis: Nicht lange überlegen, ob ihr dat machen sollt oder nicht. Macht es. Ich kann gar nicht oft genug betonen, in welch hohem Maße dieses Programm und Jahr eine Bereicherung für euch ist. Durch die heutige Vernetzung mittels sozialer Medien seid ihr sogar nicht mal mehr von euren Freunden und Familien getrennt.

 

Gibt es noch etwas, was ihr mit uns teilen möchtet?

Denis: Go Packs Go. In den Staaten wird man gezwungenermaßen zum Football-Fan. Also schaut euch in Zukunft am besten die Green Bay Packers an und fiebert mit.

14.02.2019 - 09:00 Uhr